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Tesla für 38.000 Euro? Vorsicht vor zwielichtigen Angeboten auf Online-Marktplätzen

Ein Tesla Model S P85D steht bei einem Online-Marktplatz zum Verkauf. Zunächst keine Besonderheit, doch bei näherer Betrachtung fällt auf: Das Angebot scheint zu schön, um wahr zu sein. Die Laufleistung des im Juli 2015 produzierten Fahrzeugs beträgt 72.000 Kilometer, zur Ausstattung werden keine genauen Angaben gemacht. Aber unabhängig von der Ausstattung, selbst ein gebrauchtes, unfallfreies Tesla Model S P85D ohne Sonderausstattungsmerkmale wäre deutlich teurer. Was steckt also hinter Angeboten wie diesem?

Beispiel: Betrugsversuche bei eBay Kleinanzeigen

Das Angebot, das zu diesem Foto gehört, taucht immer wieder auf. Meist wird es in den Abendstunden eingestellt, in diesem Falle bei eBay Kleinanzeigen. Abends kann davon ausgegangen werden, einerseits die meisten Nutzer zu erreichen, andererseits wenig Mitarbeiter zur Betrugsprävention bei betroffenen Online-Plattformen anzutreffen. Nach ein paar Stunden verschwindet die Anzeige dann wieder, sei es durch den Anbieter oder durch eine Löschung seitens der Plattform. Die verwendeten Accounts in diesem Fall geben keine Informationen Preis, sind meist nur als „Privater Anbieter“ bezeichnet und oft nicht älter als zwei Wochen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei solchen Angeboten um Betrugsversuche. Die Masche der Anbieter: Das Fahrzeug wird zu einem Preis angeboten, der sich mehr oder weniger deutlich unter dem tatsächlichen Wert befindet. So soll Aufmerksamkeit geschaffen werden, Interessierte sollen angesichts des vermeintlichen Schnäppchens ihre Skepsis verlieren und impulsiv handeln. Die Anbieter geben meist eine Mobilfunknummer an, bei der eine Stelle fehlt – oder es wird eine Rufnummer angegeben, die frei erfunden ist. Die Interessenten sollen glauben, dass dies irrtümlich geschehen ist und den Kontakt via E-Mail aufnehmen. Die Kommunikation zwischen Anbieter und Interessent wird dann von der Verkaufsplattform weggelenkt findet des Weiteren nur noch per E-Mail statt. Bis hierhin ähnelt sich die Vorgehensweise der Betrüger. Während der nun folgenden E-Mail-Kommunikation scheinen der Kreativität der Betrüger jedoch kaum Grenzen gesetzt. Ein beliebtes Szenario: Der Anbieter schildert per E-Mail. dass er ausgewandert oder aus beruflichen Gründen gerade in einem anderen Land sei und der Wagen noch am vorherigen Wohn- bzw. Arbeitsort stünde. Über ein Treuhandkonto solle dann Geld eingezahlt werden, damit der Interessent die Wagenschlüssel für eine Besichtigung oder Probefahrt erhält. Natürlich wird hier mit einem großzügigen Test- und Rückgaberecht geködert. Die angeblich neutrale Treuhandplattform leitet den gezahlten Geldbetrag jedoch einfach weiter und das Geld ist weg. Hierzu werden meist Bargeldtransferunternehmen (beispielsweise Western Union, MoneyGram etc.) verwendet. Aus der Traum vom Traum-Tesla zum Traum-Preis! Die Aussichten, das Geld zurückzuerhalten, stehen denkbar schlecht – oftmals lässt sich der Weg zum Betrüger nicht zurückverfolgen oder liegt außerhalb der Reichweite der deutschen Justiz.

Betrüger mit diversen Methoden unterwegs: Hehlerware, Transportfirma- und Strohmann-Trick

Die genannte Methode ist natürlich nur eines von vielen Beispielen, auch andere Szenarien sind geläufig. Anbieter rechtfertigen den geringen Kaufpreis mit einem Notverkauf oder geben an, dass das Fahrzeug aus einem Gewinnspiel oder einem Erbe stamme – diese Angaben sind unglaubwürdig, schließlich werden solche Fahrzeuge weit unter Wert angeboten. Wer würde freiwillig Geld verschenken, indem ein Fahrzeug – auch bei einem Notverkauf – für bis zu 50 Prozent unter Wert verkauft wird? Zumal Teslas eine sehr gute Wertstabilität aufweisen.

Uns sind noch mindestens drei weitere Methoden von Betrügern bekannt, die recht verbreitet sind: Das Anbieten von Hehlerware, der Transportfirma-Trick und der Strohmann-Trick. Bei stark unter dem Wert angebotenen Fahrzeugen kann es sich um Hehlerware handeln, also um gestohlene oder unterschlagene Fahrzeuge mit gefälschten Papieren. Die Umstände der Kaufabwicklung sind auffällig, hier wird auf Barzahlung bestanden und die Fahrzeugübergabe findet meist an ungewöhnlichen Orten (Rasthof etc.) statt. Aber Achtung: Ein teures Fahrzeug schließt nicht zwangsläufig aus, dass es sich nicht um Hehlerware handelt.

Beim Transportfirma-Trick werden hochwertige Autos, die mit deutscher Zulassung im Ausland stehen sollen, weit unter dem Marktpreis angeboten. Die Betrüger schlagen Interessenten vor, das Geschäft über ein vermeintlich seriöses Transportunternehmen abzuwickeln, welches einen professionellen Internetauftritt hat. In Wahrheit existiert das Unternehmen aber nicht. Die Zahlung soll nach der Fahrzeugübergabe an die angebliche Transportfirma komplett oder teilweise vorgenommen werden, ein Großteil über ein Bargeldtransferunternehmen (beispielsweise Western Union, MoneyGram etc.). Nach der Überweisung bricht der Kontakt zum Anbieter ab, das Geld ist verloren. Ein Transport hat natürlich nie stattgefunden.

Beim Strohmann-Trick bieten professionelle Händler zunächst ein gebrauchtes Fahrzeug an. Im Laufe der Verhandlungen stellt sich jedoch heraus, dass der Händler das Fahrzeug im privaten Kundenauftrag veräußert, also nur als Vermittler tätig wird. So umgeht der Händler die gesetzliche Sachmängelhaftung, zu welcher er im Gegensatz zum privaten Verkäufer verpflichtet ist. Das so verschleierte Eigengeschäft ist mitunter nur schwer zu beweisen.

Professionelle Betrüger schrecken auch nicht davor zurück, umfangreich Dokumente zu fälschen oder echte Dokumente für ihre Geschäfte zu manipulieren. So bekommt man auf Anfrage sogar Zulassungsbescheinigungen als Scan zugeschickt, die echt sein können (aber das Fahrzeug ist nicht im Besitz des „Anbieters“) oder bei denen mit einem Bildbearbeitungsprogramm Daten gefälscht wurden. Auch komplette Handelsregisterauszüge angeblicher Handelsfirmen werden vorgezeigt; nur dass die Firma auf dem Auszug nicht (mehr) existiert oder die Betrüger gar vortäuschen, in deren Namen zu handeln, die Firma hingegen mit dem Angebot nichts zu tun hat.

Unsere Tipps: Das sollten Sie beim Tesla-Kauf im Internet beachten!

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Foto: Unseriöse Annonce mit Fake-Telefonnummer bei eBay Kleinanzeigen, Tesla für 38.000 Euro? Nein! | Screenshot: Greenspeed.de

  • Ist der Preis realistisch oder wird das Fahrzeug weit unter Wert verkauft?
  • Sind die Angaben zum Fahrzeug vollständig und glaubhaft?
  • Handelt es sich um einen scheinbar seriösen Anbieter? Wie alt ist der Account, was sagen die Rezensionen bzw. Bewertungen aus? Ist ein Impressum angegeben? Ist die Rufnummer korrekt oder zu kurz/erfunden?
  • Ist das Fotomaterial authentisch oder wird es beispielsweise von mehreren Anbietern oder Internetseiten genutzt?
  • Verlangt der Anbieter eine Kommunikation außerhalb der Verkaufsplattform und/oder versucht er durch zwielichtige „Geschichten“ ein Ziel zu erreichen?
  • Ist eine Besichtigung des Fahrzeugs unkompliziert und ohne Zahlung möglich? Steht das Fahrzeug bereit oder muss es aus fadenscheinigen Gründen erst nach Deutschland (bspw. gegen eine Anzahlung) geholt werden?

Natürlich können Sie irgendwo im Internet Ihren neuen Tesla kaufen. Sie können aber auch uns kontaktieren und von einem ganzheitlichen Dienstleistungsportfolio profitieren. Wir sind ein eingespieltes und erfahrenes Team aus Tesla-Begeisterten, die aber auch für Kritik und Diskurs offen sind. Wir möchten Ihnen den Weg in die Elektromobilität mit Tesla ebnen und bieten nur Gebrauchtfahrzeuge zum Kauf an, von denen wir vollkommen überzeugt sind. Durch unsere ausführlichen Fahrzeugdetailseiten versuchen wir ein Höchstmaß an Transparenz zu schaffen. Die Blogbeiträge geben Aufschluss über Interessante Insider-Themen aus den Bereichen News, Zubehör und Technisches. Ein kurzer Draht zu uns ermöglicht es, eine vertrauensvolle Basis zu schaffen, Unklarheiten zu beseitigen und offene Fragen zu Tesla und zur Elektromobilität im Allgemeinen zu beantworten. Wir sind für Sie da!