Tesla Model S im Dauereinsatz und Rekorde: Wie zuverlässig ist das Fahrzeug wirklich?

Tesla Model S im Dauereinsatz und Rekorde: Wie zuverlässig ist das Fahrzeug wirklich?

Seit Juli 2012 produziert Tesla die Oberklasselimousine Model S. Es gilt als technischer Meilenstein, der für viele Autohersteller und Autoliebhaber als Referenz-Elektrofahrzeug dient.

Doch wie steht es um die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit bestellt? Tesla gewährt eine ordentliche Garantie: Die Vollgarantie gilt vier Jahre (oder max. 80.000 Kilometer), auf die Akkus und den Antriebsstrang sogar acht Jahre (ohne Kilometerbegrenzung). Tesla würde kaum eine solche Garantie gewähren, wenn sie nicht von der Qualität des Fahrzeugs überzeugt wären. Doch wie schlägt sich der Tesla im Dauereinsatz? Wir zeigen Ihnen einige Beispiele von Fahrzeugen, die schon ein paar Kilometer auf dem Buckel haben – und ziehen ein Fazit.

Finnischer Taxifahrer knackt 400.000-Kilometer-Marke

Das finnische Nachrichtenportal Helsingin Sanomat berichtet, der finnische Taxifahrer Ari Nyyssönen habe mit seinem Tesla Model S die 400.000-Kilometer-Marke geknackt. Das Fahrzeug wurde im Dezember 2014 erworben und hat somit eine jährliche Laufleistung von über 100.000 Kilometer. Nyyssönen sagte gegenüber dem Nachrichtenportal, dass das Akkupaket während dieser Zeit einmal eine Fehlfunktion hatte, außerdem wurden die Servolenkung und der Elektromotor ersetzt. Allerdings hätten diese Vorfälle kein Problem dargestellt, da sie über die Tesla-Garantie abgedeckt waren. Eine interessante Aussage trifft der Taxifahrer noch in Bezug auf die Akkukapazität. Die anfängliche Reichweite von 400 Kilometern hat sich nach 400.000 Kilometern auf 370 Kilometer reduziert – das entspricht nur 7,5 Prozent, ein respektabler Wert.

Tesloop-Fahrzeug schon mehr als 200.000 Meilen im Einsatz

Das US-amerikanische Unternehmen Tesloop ist auf Langstreckenfahrten spezialisiert. Das Startup-Unternehmen hat ein Langstreckentaxi im Einsatz, das die Strecke zwischen Los Angeles und Las Vegas regelmäßig zurücklegt. Ende Oktober 2016 erreichte das Fahrzeug 200.000 Meilen (rund 320.000 Kilometer). Das Fahrzeug wurde im Juli 2015 als erstes Fahrzeug des Unternehmens in Dienst gestellt. Probleme gab es selten, zwischenzeitlich ließ die Leistung des Elektromotors etwas nach. Die Batteriekapazität ist um sechs Prozent gesunken – allerdings hat der Konzern angegeben, dass der Akku entgegen der Tesla-Empfehlung – nicht auf 90, sondern auf 100 Prozent geladen wird. Das ist notwendig, um einen Zwischenstopp auf der Route zu verkürzen und spart drei Minuten Fahrtzeit. Fahrzeuge mit reduzierter Batteriekapazität – und damit Reichweite – plant Tesloop später auf Kurzstrecken und im Stadtverkehr einzusetzen

Italiener fahren mit Tesla Model S 100D über 1.000 Kilometer mit einer Batterieladung

Fünf Mitglieder eines italienischen Tesla-Clubs „Tesla Owners Italia“ haben einen neuen Reichweitenrekord mit einem Tesla Model S aufgestellt. Laut „The Guardian“ betrug die Strecke 669,83 Meilen,  umgerechnet 1.078 Kilometer. Zum Vergleich: Tesla gibt an, dass das Fahrzeug mit 100-kWh-Batterie etwa 594 Kilometer zurücklegen kann. Die Rekordfahrt mit dem Tesla Model S 100D dauerte 29 Stunden und löste damit die bisherigen Rekordhalter – zwei Belgier, die im Juni 2017 über 900 Kilometer mit einer Batterieladung schafften – ab. Rechnet man die verbrauchte Energie von 98,4 kWh in konventionellen Treibstoff um, entspräche die Akkuladung in etwa acht Litern Benzin. Ein Notar vor Ort versiegelte den Deckel für den Ladeport. Um diese für Elektrofahrzeuge enorme Reichweite zu schaffen, musste die Klimaanlage ausgeschaltet werden, außerdem kamen Spritsparreifen und Autopilot zum Einsatz. Die Geschwindigkeit überschritt zu keinem Zeitpunkt 40 km/h, außerdem wurde nach Möglichkeit nicht gebremst. Luca Del Bo, Vorsitzender des Clubs „Tesla Owners Italia“, unterstich die Wichtigkeit des Elektromotors für den Rekord. Und in der Tat: Der Elektromotor wandelt 95% der Energie in Bewegung um – ein konventioneller Verbrennungsmotor arbeitet hingegen mit nur ca. 30 Prozent Effizienz.

Fazit

Auch wenn Tesla noch ein vergleichsweise junger Automobilkonzern ist, zeigen viele Beispiele schon jetzt: Das Fahrzeug ist sehr zuverlässig. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit konventionellem Verbrennungsmotor ist ein Tesla deutlich weniger anfällig für Mängel. Das liegt unter anderem darin begründet, dass das Gesamtkonzept der Fahrzeug gut durchdacht ist und außerdem auf viele Bauteile verzichtet werden kann, die es bei Verbrennern gibt. Und sollte doch mal etwas passieren, greift in der Regel die Tesla-Garantie, die als sehr kulant gilt.