Tesla-Autopilot

Autopilot 1.0 – Fahrerassistenzsystem

Der Tesla-Autopilot ist neben dem konsequent elektrischen Antriebskonzept wohl die bekannteste – aber gleichzeitig auch umstrittenste – Innovation von Tesla.

So sah sich das Kraftfahrt-Bundesamt sogar dazu veranlasst, jeden deutschen Tesla-Autohalter im Oktober 2016 persönlich anzuschreiben und  explizit darüber aufzuklären, der Autopilot mache den Wagen nicht – wie man vielleicht aufgrund des Begriffes vermuten könnte – zu einem „hochautomatisierten Fahrzeug, das ohne ständige Aufmerksamkeit des Fahrers betrieben werden kann“.

Unfälle aufgrund unsachgemäßer Anwendung

Vorausgegangen waren diesem Schritt mehrere Unfälle, die im Zusammenhang mit Teslas Autopiloten standen. Der bisher spektakulärste davon ereignete sich bereits Anfang Mai 2016 in Florida, als ein Model S mit überhöhter Geschwindigkeit in einen quer zur Fahrbahn stehenden LKW-Anhänger raste. Der LKW war gerade im Begriff, von der Gegenfahrbahn links abzubiegen. Der eingeschaltete Autopilot des Model S erkannte den Anhänger möglicherweise aufgrund seines geringen Kontrastes zum ihn umgebenden Hintergrund nicht als Hindernis und verwechselte ihn stattdessen mit einem über der Fahrbahn hängenden Straßenschild. Das Auto fuhr nach dem ungebremsten Aufprall – das Dach und die Scheiben schwer beschädigt – unter dem Anhänger durch und kam erst durch einen Aufprall auf einen Strommast zum Stehen.

Der Fahrer hatte allen Warnhinweisen zum Trotz das Fahrerassistenzsystem genutzt, ohne seine gesamte Aufmerksamkeit auf den Verkehr zu richten: Er hatte während der Fahrt auf einem mobilen Gerät einen Harry-Potter-Film geschaut, der noch lief als die Hilfskräfte bereits am Fahrzeugwrack eintrafen. Für den Fahrer endete dieser Unfall tödlich.

Version 2.0 – vollautomatisches Fahren

Auf dem Höhepunkt der Kritik an Teslas Autopiloten ging Elon Musk mit der Vorstellung der zweiten Hardwareversion in die Offensive. Am 19. Oktober 2016 verkündete er auf einem eigens dafür anberaumten Präsentationstermin, dass ab sofort alle neu produzierten Tesla-Fahrzeuge mit dieser Hardware ausgestattet seien. Damit soll in naher Zukunft mittels Softwareupdates vollständig autonomes Fahren möglich sein. Diese sogenannte Autonomiestufe 5 soll softwareseitig durch Online-Updates bis 2018 erreicht werden.

Die Hardware, die dazu ausreichen soll, besteht aus acht Kameras mit Reichweiten von bis zu 250 Metern, zwölf Ultraschallsensoren und einem Radar. Kritiker befürchten, dass die Technik für deutsche Autobahnen eventuell zu knapp ausgelegt sein könnte. Denn hier kann ein überholender PKW durchaus mal mit 300 km/h herangeschossen kommen. Ist die Geschwindigkeitsdifferenz zum autonom vorausfahrenden (Tesla-)PKW dann zu hoch, so könnte ein Spurwechsel des Autopiloten fatale Folgen haben. Solange keine genauen Daten über die verbauten Sensoren bekannt sind, ist dies nicht abschließend zu beurteilen. Sicher ist jedoch, dass die Behörden – egal in welchem Land – die Technik einer akribischen Prüfung unterziehen werden, bevor diese tatsächlich für vollautonomes Fahren zugelassen werden wird. Selbst wenn also Autonomiestufe 5 im Jahr 2018 technisch möglich sein sollte, bleibt es fraglich, ob eine Zulassung noch im selben Jahr vorliegen wird.